Habibi Raki – Burak Küçük und Christoph Steinle gründen neues Drink-Startup in Augsburg

Habibi Raki, Burak Kücük, Christoph Steinle

1001 Nacht trifft auf deutsche Genusskultur. Burak Küçük und Christoph Steinle wollen mit Habibi Raki genau dieses Gefühl in die Clubs, Bars und Kneipen Augsburgs bringen. Christoph ist für den August Gin bekannt, der sich eines mit dem Raki teilt: Beide werden im 15. Jahrhundert zum ersten Mal in der Geschichte erwähnt. Welches Trend-Potenzial traditionelle Spirituosen besitzen, sehen wir mit der noch immer steigenden Beliebtheit des Gins, der aus dem Nachtleben kaum mehr wegzudenken ist. “Wir haben das Entwicklungspotenzial von Raki erkannt”, stellt Burak Kücük fest. Doch wird sich Habibi Raki wirklich etablieren? Vielleicht sogar zum deutschlandweiten Trend, Made in Augsburg, entwickeln? Wir haben die beiden Gründer auxgefragt.

1. Wie kam es zur Gründung von Habibi Raki?

Burak: Wie alle guten Gründer-Geschichten, beginnt auch unsere beim Umtrunk, abends in der Küche des Oh Boi. ‘Habibi-Raki, das wäre was’, dachte sich Christoph und schwärmte die ganze Nacht von der Geschichte des orientalischen Getränks. Am nächsten Tag ließ ihn der Gedanke nicht mehr los. Gleich morgens schon sicherte er sich die Markenrechte.

Christoph: Burak und ich sind schon lange befreundet. Natürlich kam er mir direkt in den Sinn. Ich wusste auch, dass er sich zum Jahreswechsel hin beruflich neu orientieren wollte. Also hab ich ihn direkt gefragt, ob er Lust auf eine neue Brand hat. Er lebt den Vibe zu 100 Prozent, den wir mit Habibi Raki in die Welt hinaus tragen möchten. Als er zusagte, war ich echt glücklich.

2. Welches Gefühl und welchen Lifestyle wollt ihr mit Habibi Raki nach Augsburg bringen?

Burak: Dazu muss man sich eigentlich nur unseren Instagram-Account (@habibi_raki) anschauen. Hier bekommt man ein ganz gutes Gefühl für das, was wir vorhaben. Die Ästhetik des Orients kombiniert mit der heutigen Popkultur. Eigentlich ist der ganze türkisch-orientalische Vibe nicht mehr aus dem Mainstream wegzudenken. Dennoch gibt es hier immer noch Menschen, die Ihre Augen vor dieser Tatsache verschließen. Wir sind nun Teil der deutschen Identität, Teil der deutschen Kultur. Nicht umsonst ist die Auswahl für das “Jugendwort des Jahres” stets voll und prall gefüllt mit arabischen oder türkischen Wörtern. Mashallah.

3. Könnt ihr uns als Getränke Konnesseure etwas zur Geschichte von Raki erzählen?

Christoph: Raki stammt wahrscheinlich vom arabischen Begriff Araq ab, was soviel wie Schweiß bedeutet. Man vermutet, dass das Getränk im 15. Jahrhundert im gleichen Zuge wie Gin entstand. Raki ist im turksprachigen Raum seit über 500 Jahren Bestandteil der dortigen Kultur und ist heute das Nationalgetränk der Türkei. Ausgehend von seinem Ursprung in Kleinasien wurde Raki sowohl von der armenischen, aramäischen, griechischen als auch der türkischen Bevölkerung im Osmanischen Reich gebrannt und im Mittelmeerraum verbreitet. Über Griechenland ist der aus Weintrauben gebrannte Anisée bis nach Europa gelangt. In Frankreich ist die Spirituose seit ca. 100 Jahren unter dem Namen Pastis bekannt. Dominiert wird Raki ausschließlich von Brands aus der Türkei. Seit der dortigen Aufhebung des staatlichen Monopols für die Herstellung und den Verkauf von Raki kamen zwar neue Player auf den Markt, jedoch keine uns bekannten außerhalb der Türkei. Wir sind mit Habibi somit auch die einzige Raki-Brand aus Deutschland.


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4. Warum glaubt ihr, wird sich Raki zum Trend-Getränk entwickeln?

Burak: Wenn Du mit jungen türkischstämmigen Menschen über Raki sprichst, wirst Du schnell feststellen, dass selbst sie nicht wissen, wie Raki überhaupt schmeckt. Dabei ist das Getränk unglaublich lecker und faszinierend zugleich. Wir müssen die Menschen nur an Habibi Raki heranführen. Der Trend kommt dann von allein, denn egal wer schon mal in den Genuss unseres Habibis kam, fragte spätestens am übernächsten Tag, wann wir wieder Raki zum Verkosten da haben werden. Der ganze Hype um Persian Rugs, arabische Großfamilien und türkische Meze spielt uns natürlich auch in die Karten. 

Unser Habibi kann außerdem nicht nur traditionell als Aslan Sütü (Löwenmilch) verdünnt mit mit Wasser auf Eis getrunken werden, sondern harmoniert auch sehr gut mit Limos, wie Uludag, als Basis für Highballs. Mit Drinks wie Habibi Highball, Habibi Limon oder Haram Highball versuchen wir die Brand gleich vom Start weg langfristig erfolgreich zu positionieren. Die Rezepte zu unseren Highballs findet Ihr übrigens auch auf unserer Website.

5. Wie wird Raki getrunken?

Burak: Raki trinkt man am Besten in Gesellschaft seiner Habibis, denn alleine zu trinken gilt eigentlich als Zeichen der Einsamkeit. Dabei ist es der ältesten Person am Tisch vorbehalten, die Gläser zu füllen. Traditionell wird Raki mit kaltem Wasser verdünnt und auf Eis getrunken. Dazu füllt man die Spirituose zwei bis drei fingerbreit in ganz schlanke und relativ hohe Gläser ein. Anschließend fügt man ebenso viel Wasser hinzu – nicht umgekehrt. Mit einem Eiswürfel machst du den finalen Loche-Effekt perfekt. Eine ganz besondere Atmosphäre entsteht am Raki Sofrasi, einer reich mit Meze bestückten Tafel. Am Sofra sitzt man mehrere Stunden, unterhält sich, trinkt und isst. Der ältesten Person am Tisch kommt auch hierbei eine besondere Verantwortung zu, denn sie gibt stets den Takt beim Trinken vor. Erst mit ihrer Zustimmung wird die nächste Flasche Raki an den Tisch bestellt. Was bei Raki niemals fehlen darf ist natürlich die türkische Volksmusik, am besten live.

6. Spielen Regionalität und Nachhaltigkeit eine Rolle für euch bei der Produktion?

Christoph: Wie bei all unseren Projekten spielt auch bei Habibi Raki der regionale Bezug eine ganz entscheidende Rolle. Wir sind eine Augsburger Brand und produzieren im Fuggermarkt Babenhausen. Genau wie AUGUST Gin, kommt auch unser Habibi von hier.

7. Christoph, du bist ein Seriengründer im Getränke- und Lifestyle-Bereich – von August Gin, über City Wodka, Fugger Destille und eigenen Bars und Restaurants wie Oh Boi, Blaue Kappe oder Alte Liebe – hast du einen Tipp für andere Gründer:innen in den Bereichen?

Christoph: Ich kann euch einen derartigen Schritt nur empfehlen, wenn ihr euch darüber im Klaren seid, dass es in den ersten 5-10 Jahren keinen vernünftigen Urlaub und wenig Freizeit geben wird. Als Belohnung wird das Opfer, welches man bringt, mit maximum Stress belohnt. Man sollte also lieben, was man da vor hat zu tun.   

8. Burak, stell dir vor, du würdest morgen mit einer neuen Eigenschaft aufwachen, welche hättest du gern?

Burak: Ich hätte gerne die Eigenschaft eines Jumpers. Die ganze Welt stünde mir offen 🙂

9. Was ist deine wertvollste Angst?

Burak: Dass mir die Dinge, die ich heute mache, morgen nicht mehr gefallen.


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Foto-Credits: Oğuz Kaya, Anna Fabian

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