Exotiko – Gründer und Gastronom Rushdi Najmeddin über das kulinarische Augsburg

Foto: Anahit Chachatryan

Rushdi Najmeddin ist Gründer und Inhaber des Exotiko, einem Slow-Food-Restaurant mit orientalischen Einflüssen im Augsburger Domviertel. Seine Begeisterung fürs Kochen entdeckte er schon in seiner Kindheit. 1997 kam er aus dem Nordirak nach Deutschland; im Schlepptau viele Gewürze, Geschmacksrichtungen und Gerüche, die er heute in seiner authentischen Küche mit anderen exotischen Einflüssen vermischt und dem Gaumen seiner Gäste schmeichelt.

1. Warum hast du Exotiko in Augsburg eröffnet und nicht in München?

Slow-Food steht für genussvolles, bewusstes und regionales Essen; eine Gegenbewegung zum Fast-Food. Lebensmittel, die nach denn Slow Food Kriterien angebaut, produziert, verkauft oder verzehrt werden, stärken außerdem die regionalen Wirtschaftskreisläufe und bringen den Menschen wieder dazu, sich mit Auge, Ohr, Mund und Händen an ihre Region zu binden.

Ich sehe mich als Augsburger, besonders seitdem ich meine große Liebe hier kennengelernt habe. Deswegen kam es für mich gar nichts anderes in Frage.

2. Gibt es bei dir auch Döner?

Nein, Döner gibt es bei uns nicht. Dafür haben wir unsere eigene Kreation, das Chicken Sandwich nach Exotiko Rezept. Wir haben viele vegane Gerichte wie unser Auberginen- oder Gemüse-Sandwich, Falafel, Couscous, rote Linsensuppe oder Humus und vegetarische Gerichte wie Halloumi, Biryani oder Mutabel. Für Veranstaltungen haben wir auch ein Catering.

3. Welche Erfahrungen hast du in der Gastronomie gemacht, bevor du Exotiko gegründet hast?

Meine Leidenschaft für das Kochen und die Gastronomie habe ich schon als 8-jähriger Junge in unserem Familien Restaurant im Nordirak entdeckt. Als ich 1997 nach Deutschland kam habe ich daran angeknüpft und die Ausbildung zum Koch angefangen. Seitdem bin ich nicht mehr davon losgekommen und es macht mir nach wie vor so viel Spaß wie am ersten Tag.

4. Was ist dein Rat für andere Food-Gründer?

Vertraut nicht zu sehr vermeintlichen Experten, damit sind wir so richtig auf die Nase gefallen. Hört auf euer Bauchgefühl und traut euch die ersten Schritte selbst zu gehen. Die Erfahrungen die man dadurch sammelt sind am wertvollsten.

5. Viele Restaurants und Cafés haben eine Herausforderung, Mitarbeiter zu finden. Wie sieht es bei dir aus?

Diese Probleme hatten wir im ersten Restaurant auch. Daraus haben wir gelernt und unser Konzept so umgestellt, dass wir auch problemlos ungelernte Mitarbeiter ohne Erfahrung einstellen können. Dadurch, dass meine Frau und ich aktiv mitarbeiten und jederzeit im Laden sind, kann fast jeder unsere eigenen Abläufe lernen. Davon hat unser Arbeitsklima enorm profitiert und das fällt auch unseren Kunden sehr positiv auf.

6. Was wirst du in Augsburg nie verstehen?

Dass die Baustellen nie ein Ende finden.

7. Wie siehst du Augsburg als Gründerstandort? Was gefällt dir? Was würdest du ändern?

Gerade durch die aktuelle Covid-19 Krise hat sich für mich eins nochmal eindeutig bestätigt: Die Augsburger halten zusammen! Und wir sind sehr dankbar dafür, dass unsere Kundschaft uns auch durch diese schwierige Zeit weiterhin unterstützt. Direkt ändern würde ich nichts. Manchmal nur würde ich mich freuen, wenn die Menschen etwas mutiger und experimentierfreudiger wären neue Dinge auszuprobieren.

8. Was können wir 2020 noch von Exotiko erwarten? Was ist deine Vision für die Augsburger Food-Szene?

Wir versuchen mindestens 30 Prozent unseres Bedarfs an Gemüse und Kräutern, aus dem eigens für Exotiko angelegten Garten zu verwenden. Die von uns verwendeten Eier, stammen von unseren eigenen glücklichen Hühnern, die in Freilandhaltung ihr Leben genießen können. Das ist mir wichtig. Denn nur so kann ich gesunde, ehrliche und leckere Gerichte servieren und das Wohlbefinden unserer Gäste fördern.

Die geplante Expansion in 2020 müssen wir leider aufgrund der Covid-19 Krise auf das kommende Jahr verschieben. Aber da kommt kulinarisch etwas spannendes auf Augsburg zu. Für Augsburg insgesamt wünsche ich mir mehr internationale Restaurants, die den Mut finden ihre eigene Küche mit der Traditionellen zu verbinden. Dadurch entsteht eine ganz neue Essenskultur und man fühlt sich fast wie im Urlaub.

9. Dein Lieblingsort in Augsburg?

Der Lieblingsort meiner Frau und mir ist die Altstadt. Hier können wir am besten neue Energie und positive Gedanken tanken.

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Adresse:
Frauentorstraße 4
86152 Augsburg

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 12:00 Uhr bis 19:30 Uhr

Ein Gedanke zu „Exotiko – Gründer und Gastronom Rushdi Najmeddin über das kulinarische Augsburg“

  1. Zu meiner Schande muss ich leider gestehen dass ich noch nie persönlich vorbei geschaut habe. Aber dafür sehr oft über Lieferando bestellt. Und da seid ihr meine Nummer 1. Wirklich Klasse – weiter so

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