Andrea Pfundmeier, Gründerin von Secomba und Boxcryptor, bei “femme.digitale”

Andrea Pfundmeier, Foto-Credits: Secomba

Weibliche Gründerinnen sind nach wie vor eine Rarität in der IT-Branche. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass sich junge Frauen schwerlich mit den Elon Musks und Jeff Bezos‘ dieser Welt identifizieren. Sie brauchen nahbare und weibliche Vorbilder. In unserer Rubrik femme.digitale begeben wir uns auf die Suche nach genau diesen Role Models. Dabei sind wir auf Andrea Pfundmeier gestoßen, die mit gerade einmal 23 Jahren das Augsburger IT-Startup Secomba gründete und später den Deutschen Gründerpreis gewann.

Heute, rund 10 Jahre nach der Gründung, ist die gebürtige Bobingerin Geschäftsführerin von Secomba und Boxcryptor, engagiert sich als IHK-Vizepräsident der Augsburg-Stadt für die regionale Wirtschaft und sie ist Mutter von zwei Töchtern. Im Interview spricht Andrea Pfundmeier über ihre Vorbilder, Learnings und gibt konkrete Tipps für angehende Gründerinnen.

1. Wenn du dich für jede Frau auf der Welt entscheidet könntest: Wen würdest du als Gästin zu dir nach Hause zum Essen einladen?

Verena Pausder, weil mich ihr Buch „Das neue Land“ im vergangenen Jahr begleitet und begeistert hat. Tijen Onaran, weil sie mich mit ihrem Instagram Account täglich motiviert und inspiriert. Außerdem die Erzieherinnen aus der Kindergartengruppe meiner Tochter. Die haben im vergangenen Jahr vielen Kindern ein Stück Normalität geschenkt und das unter schwierigsten Bedingungen.

2. Wann hat dich zuletzt eine Frau unterstützt und bei was?

Meine Mama unterstützt mich und meinen Mann fast täglich bei der Betreuung unserer beiden Töchter. Ohne meine Eltern wäre es ungemein schwieriger für mich, meinen Arbeitsalltag zu organisieren.


gesponsert


3. Wie sieht dein perfekter Sonntag aus? 

Frühstück mit meinem Mann und meinen Kindern. Dann raus in die Natur – Joggen, Radfahren oder einfach nur auf dem Spielplatz. Auf dem Sofa Pizza essen und den Tag in der Sauna ausklingen lassen.

4. Wann warst du zuletzt mutig? 

Ich selber empfinde mich als überhaupt nicht mutig. Im Gegenteil – ich mache mir viel zu oft zu viele Gedanken über alle möglichen Themen. Was ich aber mittlerweile gut kann: Entscheidungen treffen. Und dazu braucht es ebenfalls oft Mut. Viel zu oft merke ich, wie ich mich selber blockiere in dem ich eine Entscheidung, eine Aussprache oder ein vielleicht unbequemes Feedback vor mir herschiebe. Daher versuche ich Entscheidungen wohlüberlegt aber zügig zu treffen. Und sie dann auch entsprechend umzusetzen. 

5. Deine drei größten Learnings als Gründerin?

  1. Der erste Schritt ist der wichtigste. Wenn man einmal losgelaufen ist, egal ob in den Gründungsalltag, eine neue Familiensituation oder in ein anderes Abenteuer, dann geht es immer weiter.
  2. Nach Hilfe fragen und die eigenen Ziele laut aussprechen: Wenn die Menschen um dich herum wissen, wo du hinwillst, helfen sie dir.
  3. Nur, wenn mich eine Sache begeistert, bin ich auch wirklich gut darin. Und dann fühlt sich ein Arbeitstag nicht nach Arbeit an.

6. Wie schaffst du es Kinder, Karriere, Ehrenamt und Leben unter einen Hut zu bekommen? 

Ganz ohne Reibungsverluste geht es nicht. Mir geht es da genauso wie allen andere Eltern: Ich habe ständig das Gefühl, irgendjemand – oder -etwas – kommt zu kurz. Organisation und Planung sowie die – für mich – richtige Priorisierung sind da ganz elementar. Und ganz wichtig: Ich sage auch oft „Nein“. Früher war ich häufig auf Abendveranstaltungen eingeladen und unterwegs. Jetzt, mit Kindern, gehört die Zeit nach 18 Uhr meiner Familie und ich sage entsprechende Anfragen meistens ab. Aber das Gleiche gilt auch in der anderen Richtung: Der selbstgebackene Kuchen für den Kindergarten ist mir weniger wichtig als ein dringendes Personalgespräch und somit fällt es mir leicht, „nein“ zum Backen zu sagen.

7. Welche zwei Tipps hast du für andere Gründerinnen? 

  1. Sprecht so früh wie möglich über eure Gründungsidee. So bekommt ihr früh Feedback und könnt eure Idee besser ausarbeiten.
  2. Fragt aktiv nach Hilfe – nur wenn andere wissen, was ihr braucht und wollt, können sie euch helfen. Und aus meiner Erfahrung weiß ich, dass einem dann in den meisten Fällen auch wirklich geholfen wird.

Foto-Credits: Secomba, Andrea Pfundmeier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.