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Alexandra Endres will mit ihrem Startup Second flowers die Floristik- und  Eventbranche nachhaltiger gestalten

Eine Hochzeit – oft ein schöner Tag für die gesamte Familie mit einer besonderen Atmosphäre. Doch wie sieht eigentlich der ökologische Fußabdruck dieser Feier aus? Und gibt es Möglichkeiten, um das besondere Fest nachhaltiger zu gestalten? Das fragte sich auch Alexandra Endres im Jahre 2020 und beschloss kurzerhand Second flowers zu gründen. Mit ihrem Startup schafft die Umweltingenieurin einen Marktplatz für nachhaltige Blumendeko durch eine Zweitnutzung. Dabei können die Blumen auf zwei Events verwendet werden oder auf einem Event und anschließend eine Gastronomie und Hotellerie schmücken. Second flowers bringt Florist:innen, Hochzeitsdienstleister:innen, Gastro, Hotellerie und Locations zusammen und will die Eventbranche nachhaltig gestalten. Ein Grund, um Alexandra Endres “auxzufragen”.

1. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich und warum hast du ein Startup in diesem Bereich gegründet?

Nachhaltigkeit nimmt einen ganz großen, zentralen Wert in unserem Leben als Familie ein. Als Umweltingenieurin ist mir der bewusste Umgang mit der Umwelt und den ökologischen und sozialen Auswirkungen sehr wichtig. Mit Second flowers leisten wir einen kleinen, nachhaltigen Beitrag auch für die Hochzeits- und Event Branche – und darüber hinaus für Gastronomie und Hotellerie.  

2. Wie funktioniert Second flowers?

Das ist ganz simpel: Eine Blumendeko wird auf zwei Events genutzt. Second flowers stellt dabei die digitale Schnittstelle zwischen Florist:innen und den beiden Endnutzer:innen dar. Bei uns können sie ihre Angebote und auch Gesuche für Blumendeko einstellen und wir matchen Sie anschließend mit unserer digitalen Plattform. Ein bisschen ist es wie eBay Kleinanzeigen, nur eben für Blumendeko. 

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Außerdem bieten wir künftig die Zweitnutzung als Abo-System für Gastronomie, Hotellerie und Privatnutzer:innen an. Denn hier werden Blumen regelmäßig gebraucht. So ist die Blumendeko für alle insgesamt günstiger und wird nach Events nicht weggeworfen.

Ganz konkret wird die Blumendeko zum Beispiel am Freitag oder Samstag auf einer Hochzeit zum ersten Mal genutzt und zum zweiten mal am Tag danach auf einer weiteren Veranstaltung. Die Zweitnutzung kann auch auf Geburtstagen, Taufen, in der Gastronomie, Hotellerie oder zu Hause stattfinden. Sogar Firmenevents sind denkbar. Der Potential ist also riesig!

3. Warum ist dir die Nachhaltigkeit wichtig und wie setzt du es in deinem Unternehmen um?

Primär damit, Blumendekos einen so nie dagewesenen zweiten Umlauf zu ermöglichen. Denn mit dem Blumenanbau und -handel sind hohe ökologische Auswirkungen verbunden und die sozialen Missständen in den Anbaugebieten teilweise sehr hoch. Lange Transportwege sind üblich, aber auch die Nutzung von Dünger und Pestiziden und der hohe Wasserverbrauch. Hier reduzieren wir deutlich die Effekte durchs Teilen. Ich achte aber auch im Büro-Alltag von Second flowers auf einiges: grünes Hosting, Ökostrom bei uns zu Hause (wo ich hauptsächlich arbeite), wenig Papierverbrauch, vor allem digitales Werbematerial und nachhaltige Flyer in begrenzter Stückzahl. 

4. Wie ist die Idee für Second flowers entstanden?

Ich habe tatsächlich auf unserer Hochzeit einen Aha-Moment erlebt. Denn trotz unserer Bemühungen die Blumendeko an Freunde und Familie zu verschenken, blieb sehr viel stehen und wir hatten am Folgetag keine Anwendungen mehr für die Blumen. Nicht mal die Location konnte sie übernehmen, weil sie erst zum Wochenende hin wieder öffnete. So landeten am Ende viele der noch frischen, schönen (und teuren) Blumen in der Tonne. Das fand ich furchtbar schade. Meine Recherche ergab, dass es für Blumendeko keine weitere Möglichkeit gab, um die Blumendeko von Hochzeiten weiterzunutzen. Darum habe ich sie kurzerhand ins Leben gerufen! Und es zeigt sich, dass viele Hochzeitsdienstleister:innen und auch die Florist:innen “das Problem” kennen und den Umgang mit der Blumendeko ändern wollen.

Second Flowers, Foto-Credits: Sissy Isabella Forografie

5. Welchen Tipp kannst du jungen Frauen mitgeben, die auch ein Unternehmen gründen       oder in die Selbstständigkeit starten wollen?

Denk nicht zu lange nach. Mach es (dir) einfach. Starte und lass es sich entwickeln. Vernetze dich und nutze dein Netzwerk. Das ist absolut legitim und stell dich vor allem auf eines ein: Ständige Veränderung und immer wiederkehrende Zweifel. Dranbleiben ist angesagt und der Glaube an dich und deine Idee! Dann wird das schon.

6. Wie hebt sich Second flowers von einem Dekoverleih ab?

Wir verleihen nicht, wir vermitteln. Wir bringen Menschen zusammen, die sonst keine Chance hätten, einander zu finden. Die etwas suchen oder etwas zu geben haben.

7. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Florist:innen vom Konzept zurückschrecken, weil sie Angst haben, weniger Umsatz zu machen. Auf welche weiteren Ängste und Sorgen bist du bei deinem Konzept gestoßen und wie löst du das mit deinem Konzept?

Diese Angst ist mir ab und zu begegnet. Mit einer kleinen Beispiel-Rechnung kann ich den Florist:innen aber schnell verdeutlichen, dass Sie mit Second flowers mehr Umsatz mit weniger Ressourcenverbrauch erzielen. Unsere Partner-Florist:innen nutzen unsere digitale Plattform auch, um Werbung für sich zu machen, als Vertriebsweg und, um sich als nachhaltiges Unternehmen zu positionieren. Daher empfehlen Sie Second Flowers liebend gerne weiter! Und das ist das beste Feedback, das ich bekommen kann.

8. Was hast du auf dem Weg zur Gründerin gelernt und auf welche Stolpersteine musstest du besonders in Augsburg aufpassen?

Ich habe gelernt, dass vieles davon abhängt, wie wir an die Dinge herangehen und zwar nicht technisch oder strategisch, sondern mit welcher Überzeugung. Emotionen nehmen die Menschen mit und neue, unbekannte oder unkonventionelle Lösungen brauchen Gründer:innen, die voll hinter der Sache stehen. Ich nehme das an und erlaube mir, zu lernen. 

Anders als oft üblich, betrachte ich Fehler und Fehlentscheidungen nicht als „Versagen“, sondern als Lehren und schöpfe daraus. Ich versuche, daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das kann ich so nur weiterempfehlen! Seien wir uns nicht böse, dass wir nicht perfekt sind. Mutig sein, offen mit den Menschen sprechen, Ablehnung aushalten können, in Fehlern Potentiale entdecken und nicht aufgeben. Ich denke, das fasst es gut zusammen.

Über das Gründen in Augsburg habe ich neulich schon mit Ana „gewitzelt“. Ganz nach dem New Yorker Motto „If you can make it here, you can make it anywhere“. Es scheint, wir liebten beide die Herausforderung! 🙂 Wobei Second Flowers in Augsburg tatsächlich nicht mehr oder weniger kritisch beäugt wird. Untypische Konzepte werfen eben erstmal Fragen auf. Am Ende finden es einige Menschen trotzdem oder eben gerade deshalb spannend!

9. Was würdest du in der Hochzeits- und Eventbranche verändern, wenn du komplett entscheiden könntest?

Die Branche gibt viele Inspirationen vor, aber die Planenden entscheiden letztlich, wie das Fest stattfinden soll. Wenn also mehr Menschen ganz gezielt nach nachhaltige(re)n Lösungen fragen, wird die Branche mittel- und langfristig diese Lösungen auch anbieten müssen. Und das tut sie in wachsendem Maße: Dekoverleihe sprießen aus dem Boden, die Second Hand Brautmode boomt! Ich würde also im Denken und Handeln nicht auf die Branche „warten“, sondern selbst die nötige Veränderung bewirken und nachhaltige Lösungen einfordern. Wir alle können nachhaltig(er) werden – auch bei großen Festen! Und das ganz ohne Verzicht, allein durch die richtige Auswahl von Produkten und Dienstleistungen.

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Verfasst von Esma Onasi

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